Eine kurze Geschichte unserer Eucharistischen Mahlfeier

1. Vor und nach dem 2. Ökumenischen Kirchentag im Jahre 2010 hat sich in Ennepetal die Gruppe „Ökumene 2017 e.V.“ formiert. Wir sind Reformchristen mit unterschiedlichen Konfessionen, mit unterschiedlichen Lebenswegen (auch Geschiedene und Wiederverheiratete) und mit unterschiedlichen Kirchenerfahrungen (auch Ausgegrenzte, Ausgetretene, Randsiedler, Suchende…)

2. Wir alle suchten und suchen ein weites Dach, einen gemeinsamen Resonanzboden, einen Tisch des Wortes und des Brotes, und einen offenen Raum christlichen Glaubens und Zweifelns, Denkens und Fühlens, Sprechens und Handelns – und haben von Anfang an öffentlich auch andere dazu eingeladen.

3. Wie alle Christen auf der Welt gestalteten wir auch eine Wort- und Mahlfeier, allerdings in den ersten zwei Jahren „bei Wasser und Brot“. Wir fühlen uns ähnlich ausgelaugt und müde von sinnlosen Kämpfen gegen Reformverweigerung – wie einst Elia unter dem Ginsterstrauch.

4. Im Miteinander gestärkt zu neuem Aufbruch, setzten wir uns neu und intensiv mit dem Glauben Jesu Christi, seiner einladenden, nicht ausschließenden Reich-Gottes-Praxis und deren möglichen und so notwendigen Konsequenzen im persönlichen, kirchlichen und gesellschaftlichen Leben heute auseinander.

5. So haben wir uns dann auch ermutigt gesehen, an Jesu Abschiedsmahl „mit Brot und Wein“ anzuknüpfen und sein damaliges Geschenk und seine Aufforderung dankbar anzunehmen. Wir gestalten nun seit 2012 Eucharistische Mahl-Feiern mit unserer Musik, unseren Liedern und Gebeten, Schriftlesungen und deren Aktualisierung – und das alles in einer Sprache, die Menschen heute verstehen. Wir vertrauen dabei auf Gottes zugesagte Präsenz in Jesus – mit oder ohne Priester oder Pfarrer – , erfahren uns als bejaht, bewegt und herausgefordert, aber ohne ausgrenzenden Machtanspruch anderer und über andere.

6. Wir sehen diese Feier als einen zentralen Ausdruck der Tiefe und Weite des Evangeliums – als einen möglichen, aber nicht einzig wahren Weg – auch nicht als Nachahmung eines sakralen Opfermahls. Wir sind mit vielen Christengruppen auf der Welt solidarisch, die Ähnliches brauchen, suchen und verantwortungsvoll wagen und Achtung und Respekt erwarten .

7. So, wie wir die ursprüngliche Offenheit der Tischgemeinschaften und des letzten Mahles Jesu als von ihm selbst inspiriert entdeckt haben, werden wir aus demselben Geist die Kircheninstitutionen weiter an dringend notwendige Struktur-Reformen dogmatisch, ethisch, pastoral und kirchen-rechtlich erstarrter Positionen erinnern, wo diese dem Geist Jesu und der Sehnsucht der Menschen widersprechen. Unser Anliegen und unsere Eucharistiepraxis haben wir aus Anlass der Exkommunikation des Ehepaares M. und G. Heizer im Mai 2014 wegen deren priesterlosen Eucharistiefeiern für die Öffentlichkeit formuliert. So soll die Not-Wendigkeit deutlich werden, dass Kirchenbürgerinnen und Kirchenbürger eigene Wege gehen.

Ennepetal im Juni 2014

 

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