Sensus FIDELIUM

“SENSUS FIDELIUM” (=Konsens der Glaubenden) der Initiative Ökumene 2017

formuliert von unserem Beirat Pfarrer Klaus Krämer
für die Mitglieder und Freunde/Freundinnen der Initiative,
ein Konsens, in dem sich alle aufgehoben fühlen –

Wir fordern seit Jahren in unserer Kirche eine lebendige, auf heutige Lebens-,Wissenschafts-, Gesellschafts- und Religionswelten und wirkliche Menschennöte bezogene offene Auseinandersetzung, wie Jesus sie zu seiner Zeit und unter damaligen Umständen und Verhältnissen aus seiner Gotteserfahrung und aus seinem Glaubensverständnis heraus gewagt hat.

Darum können wir das Trauerspiel der Starre und Rückwärtsgewandtheit, der Lebensferne und Weltfremdheit unserer absolutistisch verfassten Kirche so nicht mehr aushalten oder es in ihr nicht mehr aushalten. Das zehrt nur Kraft, ohne Kraft zu geben. Für uns führt diese Situation zu sehr unterschiedlichen Konsequenzen. Als Getaufte wollen und können wir aber nicht obdachlos sein und brauchen und gestalten ein “Dach über dem Kopf”: die Begegnung und Erfahrung von Gemeinschaft, die gegenseitige Seel- und Leib-Sorge, den selbstbewussten Austausch über Lebens-, Glaubens-, Welt- und Kirchenerfahrungen, den Resonanzboden gemeinsamen Betens, Singens, Durchatmens, Essens und Trinkens und Feierns und vor allem unseres gemeinsamen Handelns.

Wir lassen uns das Gemeinde- und Kirche-Sein nicht nehmen.Dabei sind uns die Mitchristen, welche die gegenwärtige Kirche nicht mehr aushalten, aber in ihr bleiben und weiterarbeiten, genauso willkommen und nah, wie diejenigen, die es in der Kirche nicht mehr aushalten und aus innerer Not-Wendigkeit vorübergehend austreten, sich aber der Gemeinschaft der Glaubenden weiter zugehörig fühlen.

Beide möchten Kirche nach den Maßstäben Jesu Christi kurz- oder langfristig nach vielen Seiten öffnen. Das kostet Kraft – aber macht auch Mut und gibt Kraft.

Ennepetal, im Januar 2011
www.oekumene-2017

siehe auch: Unser Jesus-Papier